Promovierendensprecher*innen der TH Köln – beide vom ivwKöln – Glückwunsch!

Zum elften Mal bot der Nachmittag der Promotionen den Promovierenden an der TH Köln am 3. November 2020 eine Gelegenheit, sich untereinander kennen zu lernen und zu vernetzen. Im Rahmen der virtuellen Veranstaltung, an der 25 Promovierende teilnahmen, kamen die Teilnehmer*innen mit der Hochschulleitung ins Gespräch und wählten neue Doktorand*innenvertreter*innen.

Wir gratulieren unserer neuen Kollegin Juliane Ressel, zur Wahl als Sprecherin der Promovierenden der TH Köln. Ebenso freuen wir uns, dass Tim Jannusch, ebefalls vom ivwKöln, Sie in Ihrem Amt vertritt. Herzlichen Glückwunsch Euch beiden und weiterhin viel Erfolg für Eure Promotionen.

Ein Artikel über den 11.Nachmittag der Promotion an der TH Köln findet sich hier.

Lassen sich Elektroautos deutlich günstiger versichern?

„Die häufig batterieschonende Fahrweise korreliert in hohem Maße mit einem sicheren Fahrstil“ – mit dieser und andern Ausworten geht der Leiter der Forschungsstelle Versicherungsmarkt, Prof. Dr. Horst Müller-Peters auf die Ihm von Spiegel-Online gestellten Frage nach der günstigeren Versicherbarkeit von Elektroautos im Vergleich zu Verbrenner ein. Das gesamte Interview hier.

 

Serie Versicherungsspitzen: „Reichspogromnacht“ und die Versicherungswirtschaft

Anlässlich des kurz zurückliegenden 75. Jahrestags der sogenannten „Reichspogromnacht“ stellt sich die Frage, wie die Versicherer diesen Schaden „versicherungstechnisch abwickelten“? (In den kommenden Tagen jährt sich dieses Ereigniss zum 82-zigsten Male- Anmerkung der Redaktion)

Nach den damaligen Schätzungen der Feuer-, Einbruchdiebstahl- und Glasversicherer betrugen die grundsätzlich versicherten Sachschäden rund 45 Millionen Reichsmark (RM). Es entfielen 15 Millionen RM auf die öffentlich-rechtlichen Versicherer, 29 Millionen RM auf die privaten Versicherer, davon wiederum betrafen 25,7 Millionen RM inländische Juden, 1,8 Millionen RM ausländische Juden und 1,4 Millionen RM Nichtjuden.

Entsprechend der nationalsozialistischen Sprachregelung sollte es sich bei diesem vom Staat initiierten Programm um eine „Empörung des Volkes“ handeln. Dies führte bei den Sachversicherern zur Frage, ob die Schäden denn überhaupt versichert seien und ob nicht der in allen Sachversicherungsbedingungen vereinbarte Ausschluss für „innere Unruhen“ eingreife? Dies wiederum fiel nicht auf das Wohlwollen der Parteiführung. In einer berühmt-berüchtigten Sitzung im Reichsluftfahrtministerium am 12. November 1938 unter der Führung von Herman Göring einigte man sich mit Vertretern der Versicherungswirtschaft auf einen „Deal“: Die Schäden bei ausländischen Juden und Nichtjuden wurden „im Kulanzwege“ in voller Höhe reguliert. Alle Schäden an Gütern bei inländischen Juden wurden mit einer „Pauschalzahlung“ in Höhe von (nur) 1,5 Millionen RM abgegolten.

Im Reichsgesetzblatt werden die Versicherungsleistungen an verschiedenen Stellen erwähnt. Von Bedeutung bezüglich der „Reichsprogromnacht“ ist dabei Folgendes: Zunächst erging am 12. November 1938 die „Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben“ (vergleiche dort § 2 Abs. 2, wo es heißt: „Versicherungsansprüche von Juden deutscher Staatsangehörigkeit werden zugunsten des Reichs beschlagnahmt.“ Den Juden, an Dreistigkeit ist dies kaum zu überbieten, wurde eine „Sühneleistung“ in Höhe von 1 Milliarde Reichsmark auferlegt, vergleiche § 1 der „Verordnung über eine Sühneleistung der Juden deutscher Staatsangehörigkeit“ vom 12. November 1938. In der „Durchführungsverordnung über die Sühneleistung der Juden“ vom 21. November 1938 heißt es schließlich in § 7, dass die Zahlungen aus Versicherungsansprüchen an das zuständige Finanzamt abzuführen sind.

Dirk-Carsten Günther

Kölner Versicherungsspitzen 18 – 12/2013

Mathilde-von-Mevissen Programm – Sechs Promovendinnen erhalten Förderbescheide – eine vom ivwKöln

Am 8. Oktober 2020 wurden sechs Promovendinnen der TH Köln und ihren Betreuerinnen und Betreuern in einem feierlichen Rahmen die Urkunden für die Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen im Mathilde-von-Mevissen Programm vom Präsidium der Hochschule überreicht.

Prof. Dr. Stefan Herzig, Präsident der TH Köln, erläuterte in seiner Begrüßung, dass durch das Mathilde-von-Mevissen Programm Nachwuchswissenschaftlerinnen befähigt werden, sich bestmöglich auf hohem Niveau zu qualifizieren.

Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Becker berichtete von der Arbeit der Auswahlkommission für das Förderprogramm und betonte die sehr hohe Qualität der eingegangenen Anträge. Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Petra Liedtke erläuterte, dass die Hochschule durch die Förderung der exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen auf einem sehr guten Weg sei, dem Phänomen der sogenannten ‚leaky pipeline‘, des abnehmenden Anteiles an Frauen auf jeder Stufe der Karriereleiter, an der Hochschule zu begegnen.

Nach der Begrüßung erhielten die Promovendinnen die Gelegenheit, ihre Promotionsvorhaben kurz vorzustellen. Daran anschließend überreichte Prof. Dr. Herzig die Förderurkunden an die Promovendinnen, verbunden mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Durchführung des Promotionsvorhabens.

Mit der Förderung von Promovendinnenstellen im Rahmen des Mathilde-von-Mevissen Programms soll der Anteil von Promovendinnen an der TH Köln erhöht werden. Das Förderprogramm wurde Anfang des Jahres 2020 hochschulintern ausgeschrieben und wird für den Zeitraum 2020-2025 über das Professorinnenprogramm III des Bundes und der Länder finanziert. Im Geiste der Kölnerin Mathilde von Mevissen, einer der bedeutendsten Frauenrechtlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts, besteht das Ziel darin, mehr Frauen für die Wissenschaft – insbesondere in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zu begeistern und damit die Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem zu erhöhen. Bereits im Zeitraum von 2015 bis 2020 konnten acht Promovendinnen über das Mathilde-von-Mevissen Programm an der TH Köln gefördert werden, die nun größtenteils kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion stehen.

Wir freuen uns sehr, dass unsere Masterabsolventin Juliane Ressel Teil dieses Programmen ist und mit Ihrer Betreuerin Prof. Dr. Michaele Völler bei der Begrüßung anwesend war. Viel Erfolg.

Fotoaufnahmen für Pressezwecke während der feierlichen Übergabe der Förderbescheide im Rahmen des Mathilde-von-Mevissen-Programms in der Rotunde, Campus Südstadt, am 08.10.2020
* Mit dem Ankauf gehen die Bilder in das Eigentum der TH Köln über. Alle Rechte der Verwendung und Nutzung in Publikationen (Online und Print) und Werbematerialien liegen bei der TH Köln. Die Eigentumsrechte schließen eine Weitergabe an Dritte ein. Als Copyright wird, soweit Layoutvorgaben dies zulassen, „Heike Fischer /TH Köln“ genannt.

 

Neuer Fragebogen zum Fahrverhalten junger Verkehrsteilnehmer

Junge Autofahrerinnen und Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren sind in Deutschland doppelt so häufig in Unfälle verwickelt wie ältere Verkehrsteilnehmer. Damit die Ursachen dieses Phänomens besser untersucht werden können, hat Tim Jannusch vom Institut für Versicherungswesen der TH Köln einen etablierten englischsprachigen Fragebogen für den deutschen Sprachraum adaptiert und weiterentwickelt. Junge Autofahrerinnen und Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren sind in Deutschland doppelt so häufig in Unfälle verwickelt wie ältere Verkehrsteilnehmer. Damit die Ursachen dieses Phänomens besser untersucht werden können, hat Tim Jannusch vom Institut für Versicherungswesen der TH Köln einen etablierten englischsprachigen Fragebogen für den deutschen Sprachraum adaptiert und weiterentwickelt.

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Versicherungsspitzen – eine Serie am ivwKöln

Seit es den Newsletter (hier) gibt startet dieser mit den Versicherungsspitzen. Einem Prolog eines Mitglieds des ivwKöln. Diese, oft zeitgemäßen Texte, wollen wir hier im Blog als kleine Serie vorstellen und posten ab und zu den einen oder anderen Text aus der Vergangenheit mit Jahres- und Autorenangabe.

Den Anfang mach ein Text aus 2019 von Prof. Dr. Torsten Oletzky.

Viele Spaß

 

Ene Besuch im Zoo – von digitalen und anderen Ökosystemen

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Autonome Fahrzeuge in der Infektionsprävention

Tim Jannusch promoviert am Institut für Versicherungswesen der TH Köln und an der Universität Limerick. Gemeinsam mit seinen irischen Kolleginnen und Kollegen hat er Szenarien für technologische Lösungen für die Corona- und künftige Pandemien entwickelt.

das Interviwe mit Tim Jannusch finden Sie hier:

https://www.th-koeln.de/hochschule/autonome-fahrzeuge-in-der-infektionspraevention_75242.php

Weihnachtliche Abschlussgedanken von Prof. Dr. Reimers-Rawcliffe zur Transportversicherung

Professor Dr. Lutz Reimers-Rawcliffe, der am ivwKöln für das Fach Transportversicherung zuständig ist, hat uns kurz vor seiner Pensionierung noch einen Einblick in seine unveröffentlichte Ausarbeitung zum Thema „Die Bibel aus der Sicht der Transportversicherung“ zukommen lassen:

Einleitung
Von der Fachschaft wurde ich einst gebeten, etwas zur Weihnachtsfeier beizutragen. Meine Gegenfrage war sogleich „Etwas Weihnachtliches oder etwas Lustiges?“. (An Plätzchen hatte ich gar nicht erst gedacht.) Sie wollten am liebsten beides, und das brachte mich in Verlegenheit. Wo sollte ich innerhalb einer Woche etwas Weihnachtliches und Lustiges finden, das der Kollege M. noch nicht vorgelesen hatte?
Dann kam ich auf eine andere Idee. Sie müssen wissen, dass Haushaltsmittel, Besoldung usw. der Professoren zunehmend von der wissenschaftlichen Tätigkeit, sprich: Publikationen, abhängig gemacht werden. Ich zeichne mich ja in der Beziehung durch eine gewisse Sterilität aus, was mir auch immer höchst peinlich ist, wenn ich, etwa im Zusammenhang mit den Akkreditierungen unserer Studiengänge, auf die langen Publikationslisten meiner Kollegen schaue.
Aber vermutlich ist relativ wenig bekannt, dass ich seit einer ganzen Weile an einer Buchveröffentlichung arbeite, von der ich mir nicht nur mit einem Schlag Anerkennung in der Welt der Versicherung, sondern auch den Segen der Kirche erhoffe. Der Titel lautet:
„Die Bibel aus der Perspektive der Transportversicherung.“
Das werden einige von Ihnen vielleicht nicht lustig finden, aber einige Themen haben auch etwas mit Weihnachten zu tun.

Die Heilige Familie auf dem Weg nach Bethlehem und die Reiserücktrittkostenversicherung.
Bekanntlich machte sich der Zimmermann Joseph aus Nazareth auf mit seiner schwangeren Frau Maria, um sich in Bethlehem einer Volkszählung zu unterziehen. Wir wissen, dass diese selbst organisierte Reise miserabel geplant war, zum Beispiel hatten sie versäumt, eine Unterkunft zu reservieren, und fanden keinen Platz in der Herberge.
Nehmen wir einmal an, Joseph hätte stattdessen frühzeitig eine Pauschalreise gebucht und eine Reiserücktrittkostenversicherung abgeschlossen. Je nachdem, wann Maria dann zu ihm kam („Du ahnst nicht, was mir passiert ist …“) hätte er sich wegen Schwangerschaft einer mitversicherten Person zu Nichtantritt oder Abbruch entschließen können. (Ich meine: Abbruch der Reise, geschmacklose Scherze liegen mir fern.) Könnte der Versicherer einwenden, dass die Schwangerschaft vorsätzlich herbeigeführt worden ist? Wurde die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen? Oder liegt vielleicht Höhere Gewalt vor? Ich denke, damit schneiden wir eines der heikelsten theologischen Probleme überhaupt an. Ohne Rücksprache mit dem Kardinal sollte ich dieses Thema nicht weiter verfolgen.

Die Heiligen Drei Könige
Auf ein weiteres Beispiel aus den Sonderzweigen der Transportversicherung möchte ich aus Platzgründen an dieser Stelle verzichten. Es geht dabei um die Frage, ob für die Heiligen Drei Könige für den begleiteten Transport von Weihrauch und Myrrhe aus dem Morgenland nach Bethlehem eine Valorenversicherung sinnvoll gewesen wäre.

Außerdem möchte ich uns Ausführungen zum Thema „Die Einheitsversicherung und die Heilige Dreifaltigkeit“ ersparen.

Finale
Soweit Auszüge und Überlegungen aus meinem Buch. Eigentlich wollte ich mit Ihnen zum Abschluss noch ein Weihnachtslied singen. Dummerweise kommt mir dabei immer meine berufliche Denkweise in die Quere.
„Vom Himmel hoch, da komm ich her…“ – Das erinnert mich zu sehr an den Totalschaden in der Luftfahrtversicherung.
„Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben…“ Ist es dem Weihnachtsmann als Frachtführer zuzumuten, die Güter durch den Kamin in die aufgehängten Socken zu liefern? Ist das die vom Versender bestimmte Stelle? Und wer ist überhaupt der Versender?
„Es kommt ein Schiff geladen, bis an sein höchstes Bord“. – Ein klarer Fall von Seeuntüchtigkeit wegen mangelhafter Beladung.
„Macht hoch die Tür, die Tor‘ macht weit“. Das erinnert mich an Obliegenheitsverletzungen in der Diebstahlsversicherung.
Fazit: man soll Beruf und Weihnachten nicht zu sehr vermischen. Ich werde deshalb den Dekan fragen, ob er mich bis Weihnachten von der Arbeit freistellt, damit mir nicht die Stimmung verdorben wird. Und meine Frau würde sich auch freuen.

Analyse von Gesundheitsprogrammen mit SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften ausgezeichnet

Beim SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften 2019 hat die Jury die Masterarbeit von Fabienne Sebralla „Evaluation eines Gesundheitsprogramms in der Krankenversicherung mittels Propensity Score Matching“ mit dem 3. Preis ausgezeichnet.

Die SCOR Rückversicherung, einer der größten Rückversicherer weltweit, fördert mit diesem renommierten Preis den aktuarwissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland in Verbindung mit der Universität Ulm. Es werden Preise im Gesamtwert von € 12.000 vergeben: 1. Preis € 6.000, 2. Preis € 4.000, 3. Preis € 2.000.

Fabienne Sebralla hat am Institut für Versicherungswesen (ivwKöln) der Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ihr Masterstudium erfolgreich absolviert. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit hat sie das Gesundheitsprogramm eines großen deutschen privaten Krankenversicherungsunternehmens evaluiert. Hierzu untersuchte sie die Entwicklung der Leistungsausgaben der Programmteilnehmer und überprüfte mit statistischen Methoden, ob es im Vergleich zu Nichtteilnehmern zu Einsparungen bzw. verbesserten gesundheitsökonomischen Kennzahlen kommt. Frau Sebralla hat die Arbeit bei Prof. Dr. Jan-Philipp Schmidt verfasst.

Vortrag über KI in der Versicherungswirtschaft

Am 14. November 2019 fand das 24. Kölner Versicherungssymposium in der Aula der Technischen Hochschule Köln statt. Es ging um die Frage: „Revolutionieren Big Data und KI die Versicherungswirtschaft?“.

Prof. Dr. Jan-Philipp Schmidt, Mitglied der Forschungsstelle FaRis, referierte in seinem Vortrag über mögliche Gründe für den aktuellen KI-Hype und zeigte Chancen sowie Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft auf.

Die Veranstaltung war gemeinschaftlich organisiert durch die Forschungsstellen Versicherungsmarkt und Finanzielles und aktuarielles Risikomanagement (FaRis) des Instituts für Versicherungswesen.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie hier.