{"id":2864,"date":"2022-03-29T11:25:20","date_gmt":"2022-03-29T09:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/2022\/03\/29\/angst-in-der-werbung-ja-oder-nein-die-folterknechte-von-moenchengladbach\/"},"modified":"2022-03-29T13:16:18","modified_gmt":"2022-03-29T11:16:18","slug":"angst-in-der-werbung-ja-oder-nein-die-folterknechte-von-moenchengladbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/2022\/03\/29\/angst-in-der-werbung-ja-oder-nein-die-folterknechte-von-moenchengladbach\/","title":{"rendered":"Angst in der Werbung ja oder nein? Die Folterknechte von M\u00f6nchengladbach"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Werbepsychologie, insbesondere auch in Zusammenhang mit der Werbung f\u00fcr Versicherungsprodukte, wird oft diskutiert, inwieweit furchteinfl\u00f6\u00dfende Werbung sinnvoll sei. Das w\u00e4re zum Beispiel die Darstellung von Verletzungen, Krankheiten oder von Altersarmut. Die wesentlichen Pro-Argumente sind ein hoher Aufmerksamkeitseffekt, dass der Absicherungsbedarf deutlich wird und dass m\u00f6glicherweise ein Handlungsimpuls gesetzt werden kann. Solche Annahmen liegen ja auch beispielsweise den abschreckenden Bildern und Texten auf Zigarettenpackungen zugrunde. Als Argument gegen den Einsatz in der Werbung wird angef\u00fchrt, dass die Darstellung solcher Szenen eher zu Ausweichen und Verdr\u00e4ngung f\u00fchrt und insbesondere, dass die Marke durch die Verbindung mit solchen Inhalten emotional negativ aufgeladen werden kann. In der Summe \u00fcberwiegen meist die Contra-Argumente, so dass Furchtapelle nur selten und dann meist nur in abgeschw\u00e4chter oder humoristisch abgewandelter Form zu sehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonders deutliches Exemplar furchteinfl\u00f6\u00dfender Werbung l\u00e4sst sich derzeit auf zahlreichen Plakatw\u00e4nden in M\u00f6nchengladbach bestaunen, auch wenn es vom Werbetreibenden (einem Krankenhaus) wohl gar nicht so intendiert war. \u201eModern und menschlich\u201c gehe es im Uro-\u00d6kologische Zentrum der Kliniken Maria Hilf zu, verspricht uns das Plakat. Zur Verdeutlichung des \u201emenschlich\u201c l\u00e4cheln zwei Chef\u00e4rzte freundlich in die Kamera.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00e4llt der Blick des Betrachters aber auf deren OP-Kleidung, wie wir sie im Idealfall allenfalls aus der Pathologie des Tatorts kennen, und danach gar auf die grauenhaften Ger\u00e4tschaften im Hintergrund, die wohl als Beleg f\u00fcr das Attribut \u201emodern\u201c herhalten sollen, aber wohl eher die Phantasie \u00fcber deren m\u00f6glichen Anwendungsformen anregen, dann weicht das wohlige Gef\u00fchl ganz schnell Verdr\u00e4ngung und negativer Konditionierung. <em>Gott gebe, dass ich diesen Folterknechten niemals in die H\u00e4nde falle!<\/em> Und selbst eine eigentlich sinnvolle Vorsorgeuntersuchung r\u00fcckt damit in ferne Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor Prof. Horst M\u00fcller-Peters ist am ivwK\u00f6ln u.a. f\u00fcr Wirtschaftspsychologie und Risikowahrnehmung zust\u00e4ndig. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Werbepsychologie, insbesondere auch in Zusammenhang mit der Werbung f\u00fcr Versicherungsprodukte, wird oft diskutiert, inwieweit furchteinfl\u00f6\u00dfende Werbung sinnvoll sei. 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