{"id":2541,"date":"2021-04-13T10:17:35","date_gmt":"2021-04-13T08:17:35","guid":{"rendered":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/?p=2541"},"modified":"2021-04-13T10:17:36","modified_gmt":"2021-04-13T08:17:36","slug":"wer-beim-autofahren-das-smartphone-in-der-hand-haelt-neigt-auch-zu-weiterem-riskanten-fahrverhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/2021\/04\/13\/wer-beim-autofahren-das-smartphone-in-der-hand-haelt-neigt-auch-zu-weiterem-riskanten-fahrverhalten\/","title":{"rendered":"Wer beim Autofahren das Smartphone in der Hand h\u00e4lt, neigt auch zu weiterem riskanten Fahrverhalten"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Junge Fahranf\u00e4ngerinnen und Fahranf\u00e4nger, die w\u00e4hrend der Fahrt das Smartphone zum Telefonieren in der Hand halten, fahren wahrscheinlich auch h\u00e4ufiger unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, ohne F\u00fchrerschein oder \u00fcber rote Ampeln. Das hat eine repr\u00e4sentative Studie der TH K\u00f6ln und der Universit\u00e4t Limerick (Irland) unter 700 jungen Autofahrerinnen und Autofahrern in Deutschland ergeben.<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDurch unsere Studie sind wir auf eine Kohorte von Befragten gesto\u00dfen, die verschiedene Arten von hochriskantem Verhalten an den Tag legen. Ausgegangen sind wir von jungen Fahrerinnen und Fahrern, die angaben, dass sie w\u00e4hrend der Fahrt mit dem Handy in der Hand telefonieren. Anschlie\u00dfend haben wir geschaut, ob diese Personen auch h\u00e4ufiger andere problematische Fahrverhalten aufweisen\u201c, erl\u00e4utert Tim Jannusch vom Institut f\u00fcr Versicherungswesen (ivwK\u00f6ln) der TH K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie weist darauf hin, dass junge Fahrer, die w\u00e4hrend der Fahrt telefonieren, auch h\u00e4ufiger unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fahren, rote Ampeln ignorieren und mit mehr Passagieren fahren als Sicherheitsgurte vorhanden sind. Zudem gab fast die H\u00e4lfte (44 Prozent) aller Befragten in der Studie an, ihr Smartphone zu verstecken, wenn sie es w\u00e4hrend der Fahrt benutzen. \u201eNeben der eigentlichen Aktivit\u00e4t am Smartphone kommt das Verbergen der Nutzung als weitere Ablenkung hinzu. Was ohnehin schon riskant sein kann, wird dadurch potenziell noch lebensbedrohlicher\u201c, so Michaele V\u00f6ller, Leiterin der Forschungsstelle Versicherungsmarkt am ivwK\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ansicht des internationalen Forschungsteams der TH K\u00f6ln und der Universit\u00e4t Limerick k\u00f6nnten Verkehrssicherheitsbeh\u00f6rden auf der Grundlage dieser Ergebnisse Informationskampagnen gezielt auf die j\u00fcngere Klientel ausrichten. \u201eUnter anderem m\u00fcssen wir erreichen, dass die Nutzung des Handys w\u00e4hrend der Fahrt als sozial inakzeptabel angesehen wird und j\u00fcngere Fahrerinnen und Fahrer sich nicht gezwungen f\u00fchlen, zum Beispiel auf eine WhatsApp zu reagieren\u201c, sagt Jannusch. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnten die Studienergebnisse dazu genutzt werden, nutzungsbasierte Autoversicherungen weiter an die Kohorte der hochriskanten Personen anzupassen und diese mit finanziellen Anreizen und gezieltem Feedback zu einer vorsichtigen Fahrweise zu motivieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Smartphone als Musikanlage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein ebenfalls hoher Anteil von mehr als 55 Prozent aller Befragten gibt an, mit dem Smartphone etwa Musik-Titel zu suchen oder zu wechseln \u2013 eine Aktivit\u00e4t die ebenfalls mit einem hohen Grad an Ablenkung verbunden ist. \u201eDieses Verhalten ist erstaunlicherweise auch bei Fahranf\u00e4ngern zu beobachten, die sonst keinerlei risikobehaftetes Verhalten an den Tag legen. Daher vermuten wir, dass musikbezogene Aktivit\u00e4ten als eher unproblematisch und vielleicht sogar sicher angesehen werden\u201c, sagt Darren Shannon von der Emerging Risk Group der Universit\u00e4t Limerick.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere Erkl\u00e4rung des internationalen Teams: Fahrer d\u00fcrfen das Autoradio w\u00e4hrend der Fahrt benutzen, was implizieren k\u00f6nnte, dass das Wechseln oder Suchen von Musik sicher ist. \u201eDennoch kann die Besch\u00e4ftigung mit Musik auf dem Smartphone w\u00e4hrend der Fahrt, \u00e4hnlich wie das Lesen oder Schreiben von Textnachrichten, zu kognitiver, visueller und physischer Ablenkung f\u00fchren und das Risiko f\u00fcr Kollisionen im Stra\u00dfenverkehr deutlich erh\u00f6hen&#8220;, so Jannusch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Team der TH K\u00f6ln und der Universit\u00e4t Limerick nutzte f\u00fcr die Erhebung die weiterentwickelte Version eines etablierten englischsprachigen Fragebogens f\u00fcr Fahranf\u00e4nger. Jannusch hatte im Rahmen seiner Doktorarbeit das urspr\u00fcnglich 2010 von Bridie Scott-Parker entworfene Instrument f\u00fcr den deutschen Sprachraum \u00fcbersetzt und an das Verhalten heutiger Fahrer angepasst. So sind Entertainment-Systeme oder Smartphones viel g\u00e4ngiger als vor zehn Jahren und eine zentrale Quelle der Ablenkung geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen seiner Promotion wird Jannusch von Prof. Dr. Michaele V\u00f6ller des ivwK\u00f6ln betreut. Sie leitet dort gemeinsam mit Prof. Horst M\u00fcller-Peters die Forschungsstelle Versicherungsmarkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Original-Publikation:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/ulir.ul.ie\/bitstream\/handle\/10344\/9757\/Jannusch_2021_Smartphone.pdf?sequence=2\">Tim Jannusch, Darren Shannon, Michaele V\u00f6ller, Finbarr Murphy, Martin Mullins (2021): Smartphone Use While Driving: An Investigation of Young Novice Driver (YND) Behaviour, Transportation Research Part F: Traffic Psychology and Behaviour, Volume 77<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Junge Fahranf\u00e4ngerinnen und Fahranf\u00e4nger, die w\u00e4hrend der Fahrt das Smartphone zum Telefonieren in der Hand halten, fahren wahrscheinlich auch h\u00e4ufiger unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, ohne F\u00fchrerschein oder \u00fcber rote Ampeln. 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