{"id":2029,"date":"2020-04-07T09:12:20","date_gmt":"2020-04-07T07:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/?p=2029"},"modified":"2021-03-31T08:32:45","modified_gmt":"2021-03-31T06:32:45","slug":"die-wahrnehmung-von-risiken-in-der-corona-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/2020\/04\/07\/die-wahrnehmung-von-risiken-in-der-corona-krise\/","title":{"rendered":"Die Wahrnehmung von Risiken in der Corona-Krise"},"content":{"rendered":"<div class=\"introduction\">\n<p>&#8222;Pressemitteilung der TH K\u00f6ln&#8220;<\/p>\n<p>Befragung der TH K\u00f6ln zu Sorgen und die Risikoeinsch\u00e4tzung der Bev\u00f6lkerung in der Corona-Krise sowie das Einhalten der Beschr\u00e4nkungen und Verbote.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<p>Infizierten-Fallzahlen, Verdopplungszeiten, Betr\u00e4ge staatlicher Rettungspakete: Die Corona-Krise konfrontiert die Bev\u00f6lkerung mit Wahrscheinlichkeiten, exponentiellem Wachstum und gro\u00dfen Zahlen. Aber sind die Menschen \u00fcberhaupt in der Lage, in solchen Zusammenh\u00e4ngen zu denken? Das hat Prof. Horst M\u00fcller-Peters vom Institut f\u00fcr Versicherungswesen der TH K\u00f6ln in einer ann\u00e4hernd bev\u00f6lkerungsrepr\u00e4sentativen Online-Befragung mit rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht. Zudem zielte die Studie auf die Sorgen und die Risikoeinsch\u00e4tzung der Bev\u00f6lkerung in der Corona-Krise sowie das Einhalten der Beschr\u00e4nkungen und Verbote.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"box c1 link-list\">\n<div class=\"inner-box\">\n<h2>Download<\/h2>\n<p>Die Pressemitteilung vom 6. April 2020 als PDF lesen.<\/p>\n<ul>\n<li><a class=\"link download jsCheck4Intern\" title=\"Neues Fenster\" href=\"https:\/\/www.th-koeln.de\/mam\/downloads\/deutsch\/hochschule\/aktuell\/pm\/2020\/pm_19_risikowahrnehmung_und_corona.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-origin=\"public\">PM 19\/2020: Umfrageergebnisse Risikowahrnehmung und Corona <span class=\"filetype\">(pdf, 101 KB)<\/span><\/a><\/li>\n<li><a class=\"link download jsCheck4Intern\" title=\"Neues Fenster\" href=\"https:\/\/www.th-koeln.de\/mam\/downloads\/deutsch\/hochschule\/fakultaeten\/wirtschafts_und_rechtswissenschaften\/muller-peters_risikowahrnehmung_corona_covid19.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-origin=\"public\">zu den Ergebnisse der Studie <span class=\"filetype\">(pdf, 642 KB)<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<p>\u201eUm die Corona-Krise und die Gegenma\u00dfnahmen beurteilen und verstehen zu k\u00f6nnen, ist der Umgang mit Wahrscheinlichkeiten, gro\u00dfen Zahlen und exponentiellen Trends erforderlich. Die Studie zeigt allerdings, dass sich dies weitgehend dem menschlichen Vorstellungsverm\u00f6gen entzieht\u201c, sagt M\u00fcller-Peters. So waren die Befragten aufgefordert, die Anzahl der Nutzer einer App zu sch\u00e4tzen, die in einem Beispiel zwei Jahre lang monatlich um 20 Prozent steigt. 39 Prozent der Befragten trauten sich gar keine Antwort zu. Die anderen untersch\u00e4tzten den korrekten Wert. Je l\u00e4nger die Zeitr\u00e4ume des Beispiels und je h\u00f6her die monatlichen Steigerungen, umso st\u00e4rker wurden die Ergebnisse untersch\u00e4tzt, bis sie keinen Bezug mehr zu den realen Entwicklungen hatten.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnlich gestaltete Untersuchung von M\u00fcller-Peters aus dem Jahr 2016 zeigt zudem, dass die meisten Befragten auch mit der Einsch\u00e4tzung von Zahlen \u00fcber einer Milliarde \u00fcberfordert sind. \u201eEs zeigt sich, dass die meisten Menschen die Dynamik exponentieller Entwicklungen dramatisch untersch\u00e4tzen und auch den Umfang der aktuell diskutierten Wirtschaftshilfen kaum begreifen k\u00f6nnen. Die Politik und die Medien sind hier gefordert, solche Sachverhalte noch deutlicher anhand plastischer Beispiel zu erl\u00e4utern und damit nachvollziehbar zu machen\u201c, so M\u00fcller-Peters.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<h2>Sorgen und Risiken<\/h2>\n<p>Der Corona-Virus ist in den K\u00f6pfen der Bev\u00f6lkerung zurzeit stark pr\u00e4sent. Sehr viele der Befragten machen sich Sorgen, dass sie sich mit dem Corona-Virus anstecken (\u00fcber 60 Prozent), dass sie in eine wirtschaftliche Notlage geraten (rund 50 Prozent) und dass sie an einer Infektion sterben k\u00f6nnten (\u00fcber 40 Prozent). \u201eAndere \u00c4ngste geraten dabei aber nicht in den Hintergrund. So sind etwa die Sorgen vor einem Herzinfarkt oder einer Krebserkrankung im Vergleich zu 2016 nur sehr wenig gesunken\u201c, sagt M\u00fcller-Peters.<\/p>\n<p>Wenn es nicht nur um die Sorgen, sondern um die Einsch\u00e4tzung der konkreten, pers\u00f6nlichen Gef\u00e4hrdung geht, \u00e4ndert sich die Reihenfolge nicht wesentlich. Als gr\u00f6\u00dftes Risiko wird weiterhin die Ansteckung mit dem Virus gesehen (\u00fcber 50 Prozent). Ebenso wie Herzinfarkt und Krebs werden auch die Ansteckung und eine wirtschaftliche Notlage von jeweils \u00fcber einem Drittel der Befragten als eine realistische Bedrohung angesehen. \u201eAusnahme ist der m\u00f6gliche Tod durch den Corona-Virus. Dieser ist bei 40 Prozent der Befragten in den allt\u00e4glichen \u00c4ngsten pr\u00e4sent, aber nur 20 Prozent r\u00e4umen dem eine mittlere bis hohe Wahrscheinlichkeit ein\u201c, sagt M\u00fcller-Peters.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<h2>Regelkonformit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Corona-Pandemie ist mit starken Einschr\u00e4nkungen im Alltag verbunden. \u00dcber 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich voll und ganz an die Regeln halten, weitere 30 Prozent halten sich eher daran. Nur F\u00fcnf Prozent bekennen sich dazu, die Regeln eher oder gar nicht zu befolgen.<\/p>\n<p>\u201eDie Frage, wer am ehesten gegen die Regeln verst\u00f6\u00dft, l\u00e4sst sich anhand soziodemographischer Daten nicht eindeutig beantworten. Zwar steigt der Anteil derer, die die Regeln \u201avoll und ganz befolgen\u2018, ab circa 45 Jahren leicht an, insgesamt zeigen sich aber alle Altersgruppen weitgehend regelkonform. Noch geringer sind die Unterschiede nach Einkommen, Bildung oder Bundesland. Am ehesten findet sich noch eine Abweichung nach Geschlecht, da M\u00e4nner die Regeln etwas \u201alockerer\u2018 auslegen\u201c, so M\u00fcller-Peters.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<h2>Studiendesign<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Studie wurden mit dem Online-Panel von YouGov Deutschland zwischen dem 31. M\u00e4rz und dem 2. April 2020 insgesamt 2.028 Menschen \u00fcber 18 Jahre befragt, die in Deutschland leben. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind ann\u00e4hernd bev\u00f6lkerungsrepr\u00e4sentativ.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Pressemitteilung der TH K\u00f6ln&#8220; Befragung der TH K\u00f6ln zu Sorgen und die Risikoeinsch\u00e4tzung der Bev\u00f6lkerung in der Corona-Krise sowie das Einhalten der Beschr\u00e4nkungen und Verbote. 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