{"id":1993,"date":"2019-03-29T10:11:50","date_gmt":"2019-03-29T09:11:50","guid":{"rendered":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/?p=1993"},"modified":"2019-03-29T10:11:50","modified_gmt":"2019-03-29T09:11:50","slug":"big-data-chancen-und-risiken-aus-sicht-der-buergerinnen-und-buerger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ivwkoeln.web.th-koeln.de\/versicherungsmarkt\/2019\/03\/29\/big-data-chancen-und-risiken-aus-sicht-der-buergerinnen-und-buerger\/","title":{"rendered":"Big Data: Chancen und Risiken aus Sicht der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger"},"content":{"rendered":"<div class=\"richtext richtext-article\">\n<p><strong>Wie stehen die Deutschen zu Big Data, k\u00fcnstlicher Intelligenz und digitaler Vernetzung? Sie fordern mehr Datenschutz und f\u00fchlen sich in ihrer Freiheit eingeschr\u00e4nkt \u2013 k\u00fcmmern sich aber privat nur wenig um ihre Datensicherheit.<\/strong> Zugleich f\u00fcrchten sie Big Data, die gro\u00dfe Menge an Daten, die durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche existieren und deren Verarbeitung \u2013 sind aber gerne bereit, die aus der Vernetzung resultierenden Vorteile in ihr Leben zu lassen. Dieses doppelte Paradoxon ist das Ergebnis einer Studie mit 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Prof. Horst M\u00fcller-Peters vom Institut f\u00fcr Versicherungswesen der TH K\u00f6ln mit Unterst\u00fctzung des Goslar Instituts, Studiengesellschaft f\u00fcr verbrauchergerechtes Versichern e. V.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<p>Datenschutz ist f\u00fcr die Deutschen quer durch alle Altersschichten ein relevantes Thema. Nur f\u00fcnf Prozent der in der Studie Befragten nehmen den Datenschutz pers\u00f6nlich nicht wichtig. Und nur rund 16 Prozent interessiert es nicht, was mit ihren Daten geschieht. Zudem f\u00fchlt sich die Mehrheit von gro\u00dfen Internetkonzernen abh\u00e4ngig (56 Prozent), kann auf viele Dienste nicht verzichten (41 Prozent) und bezweifelt, dass sich Konzerne an die Datenschutzbestimmungen halten (52 Prozent).<\/p>\n<p>\u201eDie Bedeutung des Datenschutzes und das Gef\u00fchl, in der Freiheit beschr\u00e4nkt zu sein, stehen im deutlichen Gegensatz zum Verhalten vieler Befragter. Denn die Mehrheit von ihnen verwendet in gro\u00dfem Umfang Ger\u00e4te oder Anbieter, die \u00fcber die gesammelten Daten umfangreichen Einblick in das Privatleben erhalten\u201c, sagt M\u00fcller-Peters. So nutzt ein Gro\u00dfteil der Befragten diverse mit dem Internet verbundene Ger\u00e4te wie Computer, Smartphones, Tablets und internetf\u00e4hige Fernseher. Fitnessarmb\u00e4nder, Homeboxes (wie Alexa) und Smartwatches erweitern die Vernetzung. Im Schnitt setzen die Befragten 3,6 der aufgef\u00fchrten Ger\u00e4te ein.<\/p>\n<p>Ebenfalls weit verbreitet ist die Nutzung von Online-Diensten wie Google (93 Prozent der Befragten), WhatsApp (82 Prozent), YouTube (79 Prozent) und Facebook (55 Prozent). Die gro\u00dfe Mehrheit verf\u00fcgt zudem \u00fcber einen eigenen Account bei Amazon, Google und eBay. Ein Drittel der Befragten sch\u00e4tzt, bei \u00fcber 20 Internet-Diensten pers\u00f6nliche Daten hinterlegt zu haben.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<h3>Datenschutz-pragmatische Nutzer dominieren<\/h3>\n<p>\u201eAuch wenn die Dienste und Ger\u00e4te umfassend verwendet werden, hat der Einzelne zahlreiche Handlungsoptionen zur eigenen Datensicherheit. Doch diese werden nur von einer Minderheit umfassend eingesetzt\u201c, erl\u00e4utert M\u00fcller-Peters. So k\u00f6nnen nur acht Prozent der Befragten als \u201eaktive Datensch\u00fctzer\u201c bezeichnet werden. 22 Prozent sind Datenschutz-Phlegmatiker und gebrauchen nur sehr wenige geeignete Ma\u00dfnahmen.<br \/>\n\u201eDer gr\u00f6\u00dfte Teil der Bev\u00f6lkerung nutzt die Schutzma\u00dfnahmen, die nicht zu viel Aufwand bedeuten, verh\u00e4lt sich also pragmatisch oder wenn man es negativ formulieren will: leicht fahrl\u00e4ssig\u201c, so M\u00fcller-Peters.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<h3>Einstellung zu Big Data<\/h3>\n<p>Die Deutschen sind eher pessimistisch im Hinblick auf die Folgen vernetzter Technologien. So glauben 80 Prozent der Befragten, dass der Schutz der Privatsph\u00e4re dadurch immer schwieriger wird und 78 Prozent, dass neue Gefahren \u2013 etwa durch Datenmissbrauch \u2013 drohen. In der Summe \u00fcberwiegen f\u00fcr 42 Prozent der Befragten die Risiken, w\u00e4hrend nur 22 Prozent prim\u00e4r die Chancen sehen. \u201eJe mehr Wissen die Interviewten \u00fcber die betreffenden Technologien hatten, umso eher wurden Chancen in Big Data wahrgenommen. Dies gilt aber nicht f\u00fcr alle Bereiche. Zum Beispiel glaubten die Befragten bei zunehmendem Wissen immer weniger daran, dass die Verarbeitung gro\u00dfer Datenmengen die Welt durch Meinungsvielfalt demokratischer machen wird\u201c, erl\u00e4utert M\u00fcller-Peters.<\/p>\n<p>Die eher negative Einstellung gegen\u00fcber Big Data \u00e4ndert sich, wenn nach konkreten Anwendungsfeldern gefragt wird,<\/p>\n<ul>\n<li>die die Sicherheit erh\u00f6hen (53 Prozent Zustimmung zur \u00dcberwachung der Wohnung gegen Einbrecher, aber nur 15 Prozent Ablehnung),<\/li>\n<li>der Gesundheit dienen (62 Prozent Zustimmung und nur elf Prozent Ablehnung zur \u00dcberwachung von Herzschlag und Blutdruck zur Herzinfarkt-Prognose),<\/li>\n<li>l\u00e4stige Arbeiten \u00fcbernehmen (42 Prozent Zustimmung f\u00fcr eine automatische Regelung der Heizung gegen\u00fcber 26 Prozent Ablehnung)<\/li>\n<li>oder im Auto assistieren (72 Prozent Zustimmung versus sieben Prozent Ablehnung zur verkehrsabh\u00e4ngigen Navigation).<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201eDie grundlegende Skepsis gegen\u00fcber Big Data kippt, wenn konkrete, nutzenstiftende Anwendungen genannt werden. Viele davon erfordern eine weitgehende \u00dcberwachung des Einzelnen, was aber keinen Einfluss auf die Haltung zu haben scheint. Alleine der empfundene Nutzen, kaum aber die Sorge um die Privatsph\u00e4re, entscheiden \u00fcber Bef\u00fcrwortung oder Ablehnung konkreter Einsatzfelder\u201c, so M\u00fcller-Peters.<\/p>\n<div class=\"richtext richtext-article\">\n<h3>Studiendesign<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Studie wurden 1.000 Interviews mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter \u00fcber 18 Jahren durchgef\u00fchrt. Davon 500 in einer bev\u00f6lkerungsrepr\u00e4sentativen Zufallsstichprobe per Telefoninterview und 500 in einer bev\u00f6lkerungsrepr\u00e4sentativ quotierten Stichprobe per Online-Befragung.<\/p>\n<p>Die Studie ist Teil der Publikation \u201eBig Data: B\u00fcrgerschreck oder Hoffnungstr\u00e4ger? Zum Nutzen und Schutz von Daten des souver\u00e4nen B\u00fcrgers in seinen Lebenswelten\u201c, herausgegeben von Prof. Dr. Susanne Knorre von der Hochschule Osnabr\u00fcck, Prof. Dr. Fred Wagner von der Universit\u00e4t Leipzig und Prof. Horst M\u00fcller-Peters von der TH K\u00f6ln. Sie ist entstanden mit Unterst\u00fctzung des Goslar Instituts, Studiengesellschaft f\u00fcr verbrauchergerechtes Versichern e. V., eine Initiative der HUK-Coburg und wird in K\u00fcrze im Springer-Verlag publiziert.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Pressemitteilung vom 14. M\u00e4rz 2019 als PDF lesen.<\/p>\n<ul>\n<li><a class=\"link download jsCheck4Intern\" title=\"Neues Fenster\" href=\"https:\/\/www.th-koeln.de\/mam\/downloads\/deutsch\/hochschule\/aktuell\/pm\/2019\/pm_19_studie_big_data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-origin=\"public\">PM 19\/2019: Studie Big Data <span class=\"filetype\">(pdf, 647 KB)<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"box c1 link-list\">\n<div class=\"inner-box\">\n<h3>Ein Auszug der Studie<\/h3>\n<p>Informationen zur Beschreibung der Methode, zur Genauigkeit der Ergebnisse und zu Grenzen der Repr\u00e4sentativit\u00e4t bei Befragungen: Seite 130<\/p>\n<ul>\n<li><a class=\"link download jsCheck4Intern\" title=\"Neues Fenster\" href=\"https:\/\/www.th-koeln.de\/mam\/downloads\/deutsch\/hochschule\/fakultaeten\/wirtschafts_und_rechtswissenschaften\/teil_c_muller-peters_2019_big_data_aus_sicht_der_burger__vorabauszug_.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-origin=\"public\">M\u00fcller-Peters (2019): Big Data: Chancen und Risiken aus Sicht der B\u00fcrger <span class=\"filetype\">(pdf, 523 KB)<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie stehen die Deutschen zu Big Data, k\u00fcnstlicher Intelligenz und digitaler Vernetzung? 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